Der Gemeindepark

von Dr. Gerhard Kunze / Fotos: Frank Meier

Die Gemeinde Langendorf kann sich glücklich schätzen, inmitten der Dorflage über einen etwa 2 ha großen Park zu verfügen. Er ist im Grunde ein Relikt jener Zeit der das hiesige Areal ein flächendeckendes Waldgebiet war. Solche Flurnamen wie Frauenholz, Reußenlholz, Gräfenholz, Mühlholz stehen noch für vormalige Waldungen, die vor allem seit der Jahrtausenderwende bis zum frühen Mittelalter durch Rodung zu Ackerland umgewandelt wurden.

Und so stellt sich der Park in seinen Hanglagen auch heute noch als natürliche Waldgesellschaft dar, und zwar als „Eichen-Hainbuchen -Wald". In den ebenen Flächen wurden dagegen um 1800 durch den damaligen Rittergutsbesitzer Traugott Friedrich Eckardt Neupflanzungen vorgenommen, weil standesgemäß zum vorhandenen Herrenhaus schließlich auch ein „Lustgarten" gehöre. Und so findet man dort einige botanische Besonderheiten, z.B. einen Japanischen Perlschnurbaum (Sophora japonica), Hängebuche (Fagus sylvatica), Blutbu­che (Fagus sylvatica Purpurea), Mehlbeere (Sorbus aria) und Silberpappel (Populus alba).
Der mächtigste Vertreter in der Artenvielfalt des Parkes aber ist eine Schwarzpappel (Populus nigra) mit einer Wuchshöhe von 35 Metern und einem Stammumfang von 5,80 Metern. Von den Bäumen und Sträuchern wurden 1995 bei der Anlage eines Naturlehrpfades allein 36 unterschiedliche Arten beschildert. In ihrer ganzen Schönheit zeigt sich aber die Flora des Parks kurzfristig im März/April, wenn die Frühjahrsblüher ihre Farbenpracht entfalten: ln Weiß (Schneeglöckchen und Weißes Buschwindröschen). in Blau (Leberblümchen und  Blaustern) und in Gelb ( Goldstern, Gelbes Buschwindröschen, Scharbockskraut).

Mit der Vergabe des Status „Geschützter Park" wurden wohl die gesetzlichen Grundlagen für die Erhaltung des Parks geschaffen, erhalten wird er aber erst dann, wenn die Bürger auch dazu beitragen.