Das Kloster in Langendorf

von Dr. Gerhard Kunze

Das Zisterzienser-Nonnenkloster in Langendorf hatte über 300 Jahre Bestand. Die Gründung erfolgte wohl schon vor 1220. Bezeugt ist die Exis­tenz des Klosters in einer Urkunde aus dem Jahre 1230, nach der Knut von Scheidungen dem Kloster mit dem Eintritt seiner Tochter Sophie 6 Hufen Land vermachte.
Über die Gründerzeit ist bisher wenig bekannt, es wird davon ausgegangen, dass es sich um eine Stiftung des Markgrafen Dietrich des Bedrängten (verst. 1220) oder aber Heinrich des Erlauchten (1227-1262) handelt. Erwähnt wird das Kloster dann wiederholt ab 1246 in Urkunden der Bischöfe von Naumburg. 1501 wurden durch einen Brand einige Gebäude vernichtet, bis 1505 aber wieder aufgebaut.
Mit der sich ausbreitenden Reformationsbe­wegung in der ersten Hälfte des 16.Jh. und der damit verbundenen Umgestaltung im Kir­chenwesen kam es auch im Kloster Langen­dorf zu Veränderungen. So wurde die Äbtissin abgesetzt und die Verwaltung übernahm ein weltlicher Vorsteher. 1539 erfolgte die Umwand­lung in ein kurfürstliches Kammergut. Einige Nonnen konnten noch bleiben, die letzte verstarb 1559.
Im Jahre 1562 kam das Gut an die Stadt Weißenfels und viele Gebäude wurden abgetragen. Der Gutsbesitzer Klemm ließ 1663 neben der Kirche ein neues Gutshaus errichten. 1665 nahm die Herzogin Anna Maria von Sach­sen-Weißenfels das Anwesen in ihren Besitz und bewohnte zeitweilig das sog. "Rote Fürstenhaus".
1758 wurde hier für 16 Jahre ein „Adliges Fräuleinstift“ eingerichtet. Inzwi­schen in Privatbesitz übergegangen, erfolgte 1838 die Erhe­bung zum Rittergut. 1876 entstand dann das Herrenhaus, in das aber der Grundstock des Kreuzgewölbes vom Kloster integriert wurde. Aus der Klosterzeit ist nur noch die Klosterkirche geblieben.

Klosterkirche Langendorf

Die Erbauungszeit der Klosterkirche ist noch ungeklärt. Sicherlich nicht am Anfang der Klosterzeit errichtet, handelt es sich um einen Bau aus dem späten 13. und dem frühen 14. Jahrhundert. Entsprechend den Idealen des Zisterzienser-Ordens zeigt sich der Kirchenbau eher in Bescheidenheit, schlicht, ohne Turm und ohne aufwendigen Schmuck. Die Kirche ist der Heiligen Anna geweiht.
lm Übergangsstil von Romanik zur Gotik verleihen die schlanken zwei-bzw. dreiteiligen Spitzbogenfenster dem Sakralbau jedoch ein gefälliges Erscheinungsbild. Statt eines Turmes trug das Dach bis 1876 einen Dachreiter. Schlichtheit prägt auch das Kircheninnere, eindrucksvoll aber das sechsteilige Kreuzgewölbe unter der großen Nonnenempore.
Die alte Orgel wurde 1570 verkauft und erst 1663 wieder ersetzt. Im Zuge einer umfassenden Sanierung des Baues lässt Gabriel Voigt 1654 eine Glocke gießen, der Herzog Christian 1728 eine weitere.

Nachdem 1917 die Prospektpfeifen der Orgel für Kriegszwecke abgegeben werden mussten, wurden 1922 neue angebracht. Ein neues Geläut wurde 1925 angeschafft. Es bestand aus einer großen der "Kriegsgedächtnisglocke", einer mittleren, der "Lutherglocke", und einer kleinen Taufglocke. Nach 1945 war die Kirche dem Verfall preisgegeben. Mit der Gründung des „Förderverein Klosterkirche" im November 1998 wurden Aktivitäten mit dem Ziel ausgelöst, dieses Bauwerk zu retten und mit neuen Leben zu füllen.